Impressionen der Tauchaktivitäten eines koblenzer Aquarianers im Roten Meer und die Gründe des Verfassers, Seewassertiere lieber in ihrem Habitat und nicht in einem winzig wirkenden Auquarium zu pflegen. Denn was ist schon ein Aquarium gegen die Weiten des Meeres.


Putzergarnelen wie man sie auch in vielen Aquarien findet.

Zähneputzen gefällig? Auf 30 Meter Tiefe sicher nur etwas für geübte und stressfreie Taucher. Der Garnele hat es gefallen und aufgegessen wurde Sie garantiert auch nicht.


Schule mit Ehrenbergsschnappern (Lutjanus ehrenbergi)im Wrack eines ehemaligen Polizeibootes welches wegen einer Riffkollision gesunken war.


Bei der Beobachtung eines Oktopus (Octupus cyaneus) kann man schon sehr leicht seine ganze Pressluftflasche leer atmen, denn die intelligenten Zeitgenossen sieht man auch im Roten Meer nicht bei jedem Tauchgang. Oben auf einem Felsvorsprung eine Seenadel.


Eine graue Muräne (Gymnothorax griseus). Diese Art wird nur bis zu 60cm lang.


Spanische Tänzerin ( Hexabranchus sanguineus) eine besonders auffällig gefärbete Nacktschneckenart die oft bei Nachttauchgängen beobachtet werden kann. (Makroaufnahme)


Details einer Weichkoralle im Nahbereich


Schule von Maskenfalterfischen (Chaetodon semilarvatus)


Riesige Schule halbwüchsiger Barben am Tauchplatz "Shaab Abu Ramada" (sog. Aquarium) vermutlich Seitenfleckbarbe der Art Mulloides flavolineatus


Ein Juvelzackenbarsch (Cephalopholis miniata) sucht Schutz in einer Höhle des Tauchplatzen Abu Ramada "cave" (sog. Pizzaofen). Im Hintergrund sind zahlreiche Glasfische  und Weichkorallen (Dendronephthya sp.)  sowie rote Hornkorallen (Acabaria biserialis ) zu erkennen.


Eine Nahaufnahme von Feuerschwämmen und einem Federstern


Nahaufnahme eines dornigen Seepferdchens ( Hippocampus jayakari) in einer von sedimentären Schwebstoffen geprägten Seegraswiese. Tauchplatz Abu Galawa. Nach diesen Tieren haben wir geschlagene 1 1/2 Stunden gesucht. Gottlob ist dieser  Tauchplatz mit 2-5 Meter nicht so tief, so dass man nicht so schnell seinen Pressluftvorrat verbraucht.



Nahaufnahme vom natürlichen Feind eines jeden Korallenriffes. Die sog. Dornenkrone, einem Seestern (Acanthaster planci). Die Dornenkronen „überfallen“ ein Riff in regelmäßigen Abständen, wobei Millionen Seesterne gleichzeitig über das Riff herfallen, vergleichbar mit einer Heuschreckenplage, und nur die Skelette der Korallen zurücklassen. Die Dornenkrone ernährt sich hierbei ausschließlich von Hartkorallen und hinterlässt hierbei stets ein Bild der Verwüstung. Wissenschaftlichen Berichten zufolge ist das hierbei festzustellende massenhafte Auftreten auch auf die menschlichen Einflüsse und durch Umweltverschmutzungen zurück zu führen. Einzig bekannter Fressfeind der Dornenkrone ist das sog. Tritonshorn (Charonia tritonis), eine Schneckenart.

So, nun möchte ich jedoch die Welt der analogen Filmtechnik (Dia´s und gescannte eigene Foto´s ) einmal verlassen und einige  wenige digitale Fotoaufnahmen aus dem Roten Meer folgen lassen.


 
Prachtanemonen (Heteractis magnifica) erreichen im Roten Meer eine Größe von ca. einem Meter Durchmesser. An dem Tauchplatz der "sog. Anemon City" am Panaorama Riff , welches als großes Aussenriff vor Safaga/Ägypten gelegen ist, bildet diese Art regelrechte Annemonenfelder, welche von einer Unmenge an Annemonenfischen (Amphiprion bicinctus) bewohnt werden.


Und so sieht eine solche Haushaltsgemeinschaft in der Natur aus.



Freude oder eventuell doch genervt ist diese Fischfamilie die sich ein Domizil an einem frequentierten Tauchplatz ausgesucht hat.


Die echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) wird auch an den ägyptischen Riffen des roten Meeres immer seltener. Hier ein schönes Exemplar bei der Nahrungssuche an einem Riff (Shaab Saiman/ Ras Um Hesiwa) im Norden bei Safaga/Ägypten.


Hier ein Skorpionfisch und Meister der Tarnung, man bemerke, dass die roten Bildfarben überhaupt erst durch das Blitzlicht der Fotokamera sichtbar werden und der Fisch am Riff grau in grau auf der Lauer nach Beute liegt.


Nochmals ein toller Oktopus in Tarnfärbung und Tarnform, bestens an die zerklüfteten Rifformen angepasst.


Das Panorama eines steil hinabreichenden Riffes (sog. Trop-off-Riff) mit einer Unzahl an Farben und Formen unterseeischen Lebens. Darunter gelbe Fahnenbarsche (Pseudanthias squamipinnis), Weichkorallen  und Hornkorallen (Gorgonien unterschiedlichster artspec. Zuordnungen)




Eine Riesenmuräne (Gymnothorax javanicus). Obwohl für diese Art in der Literatur Längen von bis zu 3 m geläufig sind, kann ich mit Recht behaupten bereits Tiere mit einer Länge von weit über 4 Metern und einem Kopfdurchmesser von ca. 50cm gesehen zu haben. Diese Tiere wirken auf den Betrachter oft sehr bedrohlich, da sie regelmäßig plötzlich in Spalten und kleineren Höhlenöffnungen auftauchen.

Da die Tiere sehr schlecht sehen können, nehmen sie den Taucher wohl eher durch hell/dunkel-Kontraste wahr und nehmen dann oftmals eine Drohhaltung ein. Ein gesunder Abstand ist zu empfehlen, da sich Bisse dieser Aßfresser sehr entzünden können. Wenn man sich den Tieren ruhig bei Tage nähert, kann man diese sogar streicheln. Dem Verfasser ist dieses leichtsinnige und nicht zur Nachahmung zu empfehlende Kunststück bereits mehrfach gelungen. Und hier der Beweis. leider haben Filme wie "Die Tiefe" aus dem Jahr 1977 mit Robert Shaw, Nick Nolte, Jacqueline Bisset und Louis Gossett jun. nicht gerade zum positiven Image dieser Tiere beigetragen.


Große Muräne in der Putzerstation.


Auch Feuerfische sind stets an vielen Tauchplätzen und in unterschiedlichsten Farbvianten anzutreffen....hier einmal ein schönes  Exemplar des Rotfeuerfisches (Pterois miles)


Ein sog. Langnasenkorallenwächer oder auch Langnasenbüschelbarsch ( Oxycirrhites typus) auf seinem Stammplatz, einer überaus seltenen schwarze Koralle oder auch als  Dörnchenkoralle (Antipatharia sp.) bekannten Art. Diese Hornkoralle ist uns noch gut aus der früheren Schmuckindustrie bekannt und genießt heute stengsten Schutz.

Trotz dieses Schutzes ist sie auch in Ägypten äußerst selten, da diese Korallen gerne von rücksichtlosen Taucher als Andenken abgebrochen werden.  Ich kann aus Erfahrung bei der Ausreise sagen, dass die ägyptischen Behörden solche "Andenkenjäger" mit der erforderlichen Schärfe des Gesetzes bestrafen und auch mal über mehrere Jahre die Annehmlichkeiten der ägyptischen Gastfreundschaft im Gefängnis spüren lassen. Dort einsitzende Häftlinge würden eine bundesdeutsche Justizvollzugsanstalten sicher als 7-Sternehotels bescheiben. 
Die Standorte guter Schwarzkorallenbestände werde unter sorgsamen Tauchern geheim gehalten und auch nur solche mit der Tauchtagierung vertraute Taucher sollten diesen feinen Korallenstrukturen für ein Foto so nahe kommen.  Gute Tauchbasen halten zu diesem Zweck immer entsprechende Breefings ab und achten sehr auf die Einhaltung der Naturschutzbestimmungen.



Ein Einsiedlerkrebs hat das Schneckengehäuse einer Kaurischnecke erobert. Für ein solches Foto ist schon etwas Geduld gefragt, denn auch die Luftblasen aus dem nahen Lungenautomaten des Tauchers verschrecken ein solches Krebstier.


Ein Harlekin-Geisterpfeifenfisch (Solenostomus paradoxus) in einem Weichkorallenfeld. Diesen Fisch in einem Korallenfeld und ohne entsprechende Beleuchtung mit einer Lampe überhaupt zu finden ist wie ein Lottogewinn. Hinzukommende starke Strömungen machten dieses Foto zum Schnappschuß der Woche.......zumindest beim abendlichen Zusammensein auf der Tauchbasis.


Tausende Glasfische (Parapriacanthus ransonneti) in einer Korallenhöhle
 
Tauchplatz über Wasser. Riffe um die Insel Um Gammar. An dieser Stelle machte der Tauchpionier Hans Haas seine senstionellen Unterwasseraufnahmen vom damals "haiverseuchten" Roten Meer. Leider sind Haie auch an dieser Stelle heute nur noch selten und zumeist in der kalten Jahreszeit und eventuell in den frühen Morgenstunden  zu sichten.


Das Auge eines Blaupunktrochens (Taeniura lymma) der im Roten Meer wirklich sehr häufig anzutreffen ist und zumeist unter Korallenüberhängen und sog. Tischsteinkorallen ruht.


Die Nahaufnahme eines blaugrauen Röhrenschwamms (Haliclona fascigera). Deutlich ist die porige Oberflächenstruktur dieses Filtrierers erkennbar.



Zwei sog. Hübsche Sternschnecken (Risbecia pulchella), .... wahrscheinlich bei der Reproduktion.



Sonnenuntergang auf dem Roten Meer auf hoher See.


Oft werde ich gefragt, womit machst Du eigentlich die tollen Unterwasseraufnahme
. Tja hier ist das passende Bild dazu.
Auf der linken Seite mein Gehäuse für meine Canon Digicam IXUS 700 mit einem Sea & Sea Blitz der per Sklavennassblitzadapter MK II gezündet wird.
Rechts meine "alte" analoge Sea & Sea Motormarine II EX für die ich noch eine 1:2  und eine 1:3 Makrolinse besitze. Im Bild mit einem 1:2 Makro.  

Ich hoffe die kleine Stipvisite der Unterwasserwelt des Roten Meeres hat Ihnen gefallen. Für Frage stehe ich gerne zur Verfügung. EMail

Ihr R. Theisen