Aquarianer auf Reisen in den Norden Europas



Eigentlich sollte es nur ein kleiner Besuch meiner Tante in Schweden werden, als ich im Juli 2008 mich nach Stockholm aufmachte. Wie es einem gestandenen Aquarianer der Aquarienfreunde aus Koblenz gut zu Gesicht steht, ist man auch im Ausland nicht so ganz vom Zierfischvirus geheilt. So kam es dann, dass ich durch einen Reiseführer auf ein kleine aber überaus interessante und sehenswerte Ausstellung des Stockholmer „Aquaria Vattenmuseum“ aufmerksam wurde. Tags darauf wurde sofort ein Besuch organisiert, der sich sehr gut auch in einem passenden Tagsprogramm unterbringen lies. Das Vattenmuseum ist auf einer Djurgården (Tiergarten) genannten Insel in unmittelbarer Nähe zur stockholmer Innenstadt und auch zur Altstadt (Gamla Stan) gelegen und sowohl mit Bus als auch mit Fähranbindungen bestens zu erreichen.

     Lageplan im Stockholmer Hafen

  

 

Der Eingang im Wasserfall

Diese Aussage sollte sich sodann auch bewahrheiten, denn zu entdecken gab es eine Menge.

Das Aquaria Vattenmuseum kann dem Grunde nach in folgende Teilbereiche

eingeteilt werden:

 

1.      Lebender Regenwald

  

Hier entdeckt man den Regenwald des Amazonas. Welse, Rochen, Diskusfische und Arowanas können beobachtet werden. Man erlebt wie nachts ein Gewitter losbricht und man dann im Morgennebel eine kleine Hängebrücke über den Fluss überquert, in dem Piranhas lauern ...
Einmal aus dem Regenwald, sollte man die Studie Leben am Fluß anschauen. In einigen Seitenterrarien sind darüber hinaus Pfeilgiftfrösche mit ihren markanten Warnfarben zu bewundern.

Regenwälder bedecken weniger als ein Zehntel unseres Planeten und doch beherbergen sie die Hälfte aller Arten,  die auf der Erde zu finden sind. Mit einer Temperatur von ca. 25-27 Grad C und einer mit Feuchtigkeit gesättigten Luft ahmt dieser Bereich eindruckvoll ein Habitat nach, in dem es täglich regnet und dichte Vegetation eine eindruckvolle Lebensvielfalt beheimatet. Treffend ist dieser Ausstellungsbereich mit den Schlagworten warm, feucht, grün und lebendig zu beschreiben.

 

2.      Mangroven / Schützenfische


     Im Weiteren finden sich Gewässer mit Brackwasser, in denen eine Vielzahl von spannenden Species untergebracht sind. So kann man beispielsweise beobachten, wie der Schützenfische Insekten jagen und hierbei mit ihrer speziellen Spritztechnik zuwerke gehen. Ferner wird gezeigt, wie die Wurzeln der Mangroven Schutz bieten und hierdurch die Funktion als Geburtsstätte und Kinderstube für viele Meerestiere wahrnehmen.

         

Schützenfische bei der Jagd


      Schlammspringer

 

3.      Seewasseraquarium Korallenriff 

 

In diesem Ausstellungsbereich ist zweifelsohne das größte Wasservolumen der Einrichtung zu sehen. Der Reichtum der tropischen Formen und Farben finden man in einem toll gestalteten Korallenriff, mit Hart- und Weichkorallen, diversen Doktorfischen, Garnelen, Seesternen u. v. m. .

  

Schwarzspitzenriffhai und grüne Muräne


Anemonenfische

In einem 80 000 l Meerwasseraquarium leben u. a. zwei Schwarzspitzenriffhaie, zwei Leopardenhaie, ein grüne und eine Drachenmuräne.

Hier gewinnen Kinder eines besonders "nahen" Bezug zu den Meeresbewohnern

 

Ruhebänke laden vor den Exponaten zum Verweilen ein

Speziell bei Kindern ist der in das Seewasserbecken eingearbeitete Hai-Tunnel sehr beliebt. Hier kann man den Riffbewohner und insbesondere auch den Muränen und Haien besonders nahe kommen. Für Erwachsene ist dieses Vergnügen aufgrund der Enge des Tunnels jedoch weniger geeignet. 

Kleiner Tip: Die Haie werden mittwochs, samstags und sonntags um 14.30 Uhr gefüttert

 

 

4.      Stockholm Vatten eine Umweltinformation besonderer Art

Attraktion einer Abwasserentsorgungsanlage nachempfunden mit – Gegenüberstellung der Fauna bei Abwasserkontermination und Klarwassersituation (Abstieg und Aufstieg erfolgen durch echte Gullideckel!!!)

Steig mal runter in die Kanalisation aber paß auf, dass Du Dir den Kopf nicht anstößt, werde ich von einem Landsmann der mich als solcher erkannt hat angesprochen. Etwas verwundert frage ich nach, was es da zu sehen gibt und er antwortet mir. Da kann man sehen wie wir unser Wasser verschmutzen und was es für Auswirkungen auf die Tierwelt hat. Gesagt getan ich zwänge mich mit meinen 1,83m in einem Gullideckel und bin dann doch angenehm überrascht, wie anschaulich man dieses Thema umsetzen kann. Hut ab, an das Team des Museums……eine wirklich gelungene Präsentation.

 

      

Einstieg in die Kanalisation


Becken rechts mit belastetem, links unbelastetem

Wasser.


5.      Nordische Gewässer mit Darstellung heimischer Unterwasserflora und Fauna und einer Fischtreppe.

 

Oberbassin der Fischtreppe. Erkennbar sind einige halbwüchsige Meerforellen


Fischtreppe mit Ruhebereichen für Besucher

Die Ausstellung zeigt eine große Anzahl heimischer Fischarten wie Hecht, Barsch und diverse Weißfischarten die sowohl in Aquarien (teilweise auch als Jungfische), als auch in heimischen Verhältnissen nachempfundenen Biotopen beobachtet werden können.

 

        

Meerforellen im Oberbassin der Fischtreppe und befruchteter Fischlaich


Jedes Jahr im November - Dezember steigen wilde Meerforelle von der Ostsee außerhalb des Museums die einer Fischtreppe des Museums empor um zu laichen. Nach ein paar Wochen verlassen die meisten Tiere das Areal wieder über die Fischtreppe und schwimmen in die Ostsee um in nächsten Jahres wieder zu kehren. Die größte bislang hierbei registrierte Meerforelle wog 11,2 kg. Die Lebensstadien der kleinen Meerforellen sind vom Ei über die Larven bis hin zum ausgewachsenen Tier bestens veranschaulicht. Jedes Jahr werden einigen Tieren Eier und Samen entnommen, künstlich befruchtet und danach in einem Inkubator zur künstlichen Erbrütung gegeben. Die Jungfischlarven schlüpfen im März des nächsten Jahres. Anlässlich meines Besuchs im Sommer 2008 war auch noch eine stattliche Anzahl tierischer Fischtreppenbesucher zu bewundern.



Jungfischbrut in kleineren Aquarien

 

Im Weiteren findet sich im Gebäude ein Cafe´ und Shopbereich sowie eine tolle kleine Außenanlage die zum Verweilen einlädt und auf der man zum Wasser hin einen tollen Blick nach Skeppsholmen, Södermalm und die zahllosen Segler und Boote vor der stockholmer Stadtkullisse genießen kann.

 

Gesamtübersichtsplan des Aquaria Vattenmuseums:

Das Aquaria  Vattenmuseum ist zu erreichen mit der Fähre nach Djurgården, oder mit den Buslinien 47 oder 44.

Adresse:
Djurgården
Falkenbergsgatan 2
115 21 Stockholm

INT Tel. + 46 8-660 90 89
Fax Int + 46 8-660 70 03
info@aquaria.se 
  
Öffnungszeiten:
Öffnungszeit im Sommer 15. Juni bis zum 31. August
Geöffnet täglich von 10 – 18 Uhr

Tickets:
Erwachsene: 80 SKR
Kinder 6-15 Jahre: 40 SKR

In wünsche allen künftigen Besuchern dieser Einrichtung eine spannende Zeit.

R. Theisen

Zur Verwendung der Texte und Bilder liegt dem Verfasser die Erlaubnis des Aquaria-Vattenmuseum Stockholm vor bzw stammen vom Verfasser selbst!

Da Stockholm eine sehr hohe Museumsanzahl beherbergt, bleibt es nicht aus,  dass Djurgården auch als Museumsinsel bezeichnet wird. Neben dem eigentlichen Tiergarten (Zoo) und dem ältesten Freilichtmuseum der Welt „Skansen“ ist hier auch eines der sehenswertesten Museen der Welt, das Vasamuseum mit der restaurierten Vasa, dem weltweit einzigen und mit 95% an Originalteilen best erhalten Segelkriegschiff aus dem 17. Jahrhundert (1628) zu sehen. Das Aquaria Vattenmuseum liegt südlich des Vasamuseum unmittelbar am Ufer des Schärengartens.

Am Eingang, der Anlage die in einen künstlichen Wasserfall eingebettet ist, ist sodann auch zu lesen…

Willkommen im Aquaria Wasser Museum eine Welt zum entdecken.